Smartwatch

Ausgehend von der Apple Watch wollen wir uns auf dieser Seite den aktuellen Smartwatch Stand mal genauer anschauen. Denn auch wenn schon seit Anfang des 21. Jahrhunderts sich Smartwatches als Wearables am Markt versucht haben, sind diese erst in den letzten Jahren zu größerer Prominenz gekommen und viele Hersteller warten inzwischen mit Modellen auf, inzwischen auch Apple. Die größte Schwierigkeit war es mit Sicherheit, den potentiellen Kunden näherzubringen, wofür sie überhaupt eine Smartwatch brauchen. Infrage kommt eine Smartwatch vor allem, wenn folgende Funktionen wichtig sind:

  • Nachrichten lesen, ohne das Smartphone aus der Tasche zu holen
  • Musikplayer steuern
  • Kalender & Erinnerungen im Blick behalten
  • Push-Nachrichten aus sozialen Netzwerken oder anderen Apps
  • Wetter-Daten

Versucht haben sich die Hersteller an solchen Smartwatches schon in 2004, als Microsoft seine erste Version einer Smartwatch auf den Markt brachte, bevor es überhaupt Smartphones gab. War damals der Markt noch nicht gegeben, steht man heute Smartwatches interessierter gegenüber.

Ein Auslöser dafür dürfte die Pebble Smartwatch gewesen sein, die mit ihrem offenen Betriebssystem, relativ günstigem Preis und Kompabilität mit Android und iOS zu punkten wusste. Das Kickstarter Projekt lief am 19.05.2012 ab, als Ziel waren 100.000$ anvisiert – es wurden fast 10,3 Millionen $!

Pebble

2014 war dann das Jahr, in dem die Smartwatches aus der Nische ausbrechen wollten. Google stellte im März mit Android Wear einen Ableger seines sonst auf Smartphones und Tablets ausgerichtetem Betriebssystem vor. Damit soll die App Vielfalt steigen und das Konzept Smartwatch im Android-Sektor vereinheitlicht werden – bisher hatten die Firmen ein unterschiedliches OS auf die Uhr gepackt, wie bspw. Samsung mit seiner ersten Galaxy Gear. Auch Apple ist nicht untätig: Die Vorstellung der Apple Watch wird mit Begeisterung aufgenommen und viele erwarten den endgültigen Durchbruch für Smartwatches in den Massenmarkt. Doch wie sieht die Realität am Smartwatch Markt aktuell wirklich aus?

Smartwatch Verkaufszahlen auf niedrigem Niveau

Laut den Zahlen der Smartwatch Group wurden 2014 6,8 Millionen Smartwatches verkauft – allerdings haben wir laut Aussage der Untersuchung eine Menge Anbieter dabei, deren Smartwatches eher Richtung Fitness Armband denn Smartphone Unterstützung gehen. Das bezeugt auch die Top 10 der Smartwatch Hersteller in 2014:

Top 10 Smartwatch Hersteller

Die Zahlen basieren ebenfalls auf Untersuchungen der Smartwatch Group und zeigen das Potential, was hier noch vorhanden ist.

Marktführer ist aktuell Samsung, was vor allem an der Menge an Modellen liegt, die derzeit auf dem Markt sind. So gibt es die Samsung Gear Live, Samsung Gear S, Samsung Galaxy Gear, Samsung Gear 2 und Samsung Gear 2 Neo. Das sorgt für Verwirrung beim Kunden (zumal die Smartwatches nicht alle das gleiche Betriebssystem haben), aber hat anscheinend dafür gesorgt, dass man sich bei den Verkäufen klar vor den Zweitplatzierten Pebble setzen konnte. Aber kommen wir nun auf die einzelnen Hersteller und Anbieter zu sprechen.

Vorreiter und Innovator: Pebble Smartwatch

Die schon erwähnte Pebble Smartwatch hat inzwischen ihre dritte Inkarnation erreicht, ebenfalls wieder auf Kickstarter. Die Pebble Time bietet dabei vor allem einen Nutzfaktor, der sie von jeder anderen Smartwatch abhebt: Der Akku soll satte sieben Tage reichen! Die meisten anderen Smartwatches werden idealerweise über Nacht wieder mit Strom versorgt, die Pebble braucht es nicht. Möglich ist dies bei durch ein E-Ink-Display, wie man es zum Beispiel aus E-Book-Readern kennt. Das Display verbraucht nicht so viel Strom wie die Konkurrenz, hatte aber in den ersten beiden Versionen der Pebble einen Nachteil: Es musste ohne Farbe auskommen. Das hat sich geändert und auf dem Pebble Time Display gibt es nun Farben zu bestaunen:

Pebble Display

Insgesamt gesehen ist die Geschichte der Pebble ein echter Erfolg, dafür dass keine große Firma wie Samsung oder Sony dahinter steht. Und wie schlägt sich das in Verkaufszahlen nieder? Laut eigener Aussage wurde am 31.12.2014 die millionste Pebble Smartwatch verkauft – allerdings nicht in Deutschland, sondern weltweit. Ein weiterer guter Indikator, dass den Smartwatches der große Durchbruch noch bevorsteht. Die neue Pebble wird da aber bestimmt weiter helfen, schließlich hat man die 10 Millionen $ aus der ersten Aktion schon nach zwei Tagen des neuen Kickstarter übertroffen und beendete das Ganze mit 20 Millionen $!.

Die Besonderheiten der Pebble:

  • sieben Tage Akkulaufzeit
  • farbiges E-Ink-Display
  • mehr als 6.500 Apps und Uhrendisplays
  • Uhrband kann gegen anderes Standardarmband ausgetauscht werden
  • Funktioniert sowohl mit Android als auch iOS

Android Wear: Bringt das einheitliche OS den Durchbruch?

Bei Smartwatches für Android hat jeder Hersteller sein eigenes Süppchen gekocht – bis zum März 2014, als Google Android Wear als Betriebssystem vorgestellt hat. Ob die zu dem Zeitpunkt schon vorhandenen Gerüchte über eine Apple Smartwatch das befeuert hatten, ist nicht klar, aber als Resultat gab es 2014 eine Reihe von Smartwatches mit Android Wear, die ein bisschen mehr Beachtung fanden:

  • LG G Watch
  • LG G Watch R
  • Samsung Gear Live
  • Motorola Moto 360
  • Sony SmartWatch 3
  • Asus Zen Watch

Besondere Beachtung hat die Moto 360 und die LG G Watch R gefunden, da sie die ersten Smartwatches mit rundem Display sind und so eher nach Uhr aussehen, denn ihre Mitbewerber. Auf einen flüchtigen Blick sind beide im „Uhrenmodus“ sogar nicht von einer herkömmlichen Uhr zu unterscheiden, wenn das klassische Ziffernblatt gewählt wurde.

Die restlichen Smartwatches sehen sich alle optisch recht ähnlich, man könnte sie rein von der Form her locker verwechseln. Wer hier direkt die Marken erraten kann, ist echt gut:

Smartwatches Vergleich

Allen gemeinsam sind die umfassenden Möglichkeiten der Interaktion, das kann man alles mit den Android Wear Smartwatches anstellen:

Android Wear Features

Diese Funktionen haben ihren Preis, zwischen 200 und 300 Euro zahlt ihr für eine Android Wear Smartwatch, die natürlich auch nur mit Android und nicht mit iOS funktioniert – oder? Nicht ganz, einem Entwickler ist es ohne Jailbreak gelungen, zumindest die Benachrichtigungen von seinem iPhone anzeigen zu lassen. Weitere Funktionen sind aber nicht möglich, so dass Android Wear für iOS Nutzer uninteressant bleiben wird.

Das große Problem bei den Android Wear Geräten ist die Akkulaufzeit. Die sieben Tage, die die Pebble Time schaffen soll, werden hier nicht annähernd erreicht. Während die LG G Watch noch knapp zwei Tage hält, sollte die Moto 360 jeden Abend ans Netz. Allerdings haben wir es bei diesen Uhren auch nicht mit E-Ink-, sondern akkuhungrigeren OLED-Displays zu tun. Dafür sieht es an der App Front recht gut aus, hier gibt es die besten Apps für Android Wear.

Noch ist der Durchbruch auch bei den Android Wear Modellen in den Massenmarkt ausgeblieben, fraglich ist, ob der Konkurrent aus Cupertino da helfen kann.

Apple Watch: Von 0 auf 1 in 26 Millionen?

Ob iPhone oder iPad: Es gab eine Zeit, als die Kalifornier Vorreiter in neuen Produktsegmenten waren und der Konkurrenz mit zum Durchbruch verhalfen. Das wünschen sich einige Hersteller nun vermutlich auch im Zuge des Apple Watch Releases. Im April 2015 kommt sie auf den Markt und die Analysten von JP Morgan prophezeien 26 Millionen abgesetzte Einheiten für dieses Jahr – das wären fast vier Mal so viele Verkäufe wie die aller Smartwatches in 2014. Apple möchte mit seiner Version der Smartwatch möglichst alle Käufer abdecken und hat auch Menschen mit einem Hang zum Luxus im Blick: Das Top Modell der Apple Watch wird ein Gold Gehäuse mit 18 Karat haben – der Preis liegt bei mindestens 11.000€.

Apple Watch Editionen

 

Das günstigste Modell wird in Deutschland 399€ kosten, die Apple Watch Sport mit schwarzem Armband. Insgesamt werden drei Modellreihen der Apple Watch erscheinen:

  • Apple Watch
  • Apple Watch Sport
  • Apple Watch Edition

Allen ist gemein, dass sie stark durch Armbänder zu individualisieren sind und der wirkliche Nutzen der Smartwatch für einige noch nicht sichtbar ist, wie bspw. die Karten Funktion auf einem kleinen Display. Allerdings ist das nun einmal das gleiche Problem wie bei Android Wear oder der Pebble und ansonsten sehen wir hier ähnliche Funktionen, die auch bei den dortigen Anbietern möglich sind. Darum abschließend einmal noch das Apple Watch Video, denn wenn Apple eines kann, ist es Verlangen nach einem Produkt zu wecken, für das man eigentlich noch keinen Nutzen hat:

https://www.youtube.com/watch?v=y-waTi8BPdk

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